Die Rückkehr der Quadriga

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Ganz Berlin war an diesem 8. Juni 1814 auf den Beinen, Tausende harrten stundenlang in der warmen Sommernacht draußen im Tiergarten, bis endlich unter dem Hurraruf der Menge ein riesiger Lastwagen herankam,wohl von zwanzig Rossen mühsam gezogen, obenauf stand ein großer Holzkasten, über und über bedeckt mit Namen, Versen, Inschriften aller Art von der Hand guter Preußen, die dem sonderbaren Gefährt unterwegs ihren Willkommensgruß mit auf die Reise gegeben.

Es war die Victoria vom Brandenburger Tore. Wie oft hatten die Berliner Bürger, alle diesen bösen Jahre über, ingrimmig aufgeblickt zu der langen Eisenstange auf dem Tore, woran einst die Quadriga befestigt war, bis Napoleon sie demontieren ließ und nach Paris brachte. Die entführte Siegesgöttin erschien dem Volke wie das Symbol altpreußischer Ehre; nun hatte man sie wieder nach hartem und ehrlichen Kampfe und alles war in Ordnung.

(aus: Heinrich von Treitschke, Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert, Band 1, S. 569)

Rückkehr der Quadriga von Paris nach Berlin

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